Alternativen


1. Import von Windstrom aus Nordeuropa

Anlässlich der "Energiegespräche 2011" an der ETH Zürich kamen die Forscher zum Schluss, dass sich die Schweiz im Energiebereich mit Europa vermehrt zusammen tun muss. Viele Länder haben ähnliche energetische Herausforderungen zu meistern wie die Schweiz. Die EU hat vor, ein riesiges Gleichstrom- Hochspannungnetz (500 kV) aufzubauen ("Supergrid"), um die Windkraft- und Solaranlagen zu verbinden. Durch ein Supergrid sollen die Netzstabilität und vor allem die Versorgungssicherheit verbessert werden. Das ist nicht Science fiction: ABB hat die Technologie für die verlustarmen und unter Boden gelegten Hochspannungsleitungen entwickelt. Erste Verbindungsteile von Norwegen bis Marokko werden bereits gebaut. Die Schweiz ist dabei, sich auf dem Verhandlungsweg einzubringen.

Wenn in Deutschland viel Windstrom anfällt, fällt der Strompreis auf dem internationalen Markt, denn die Kohlekraftwerke können nicht kurzfristig abgeschaltet werden. Der billige aber unregelmässige Windstrom kann von unseren Elektrizitätsgesellschaften gekauft werden, um Wasser in die Speicherseen zu pumpen. Windstrom aus Deutschland ist generell billiger als Schweizer Windstrom. Das hat mit der viel höheren Effizienz der Turbinen an der windreichen Nordsee zu tun. Die Schweiz ist kein Windland. Warum also hier Windkraftanlagen bauen? Axpo, BKW und Alpiq haben dies begriffen, diese Gesellschaften bauen oder kaufen im windreichen Ausland Windkraftanlagen. Die Ziele der bundesrätlichen Energiestrategie 2050 können so mit geringen Opfern von Natur und Landschaften erreicht werden. 


2. Warmwasser-Solaranlagen

Eine  Warmwasser- Solaranlage von 4 m2 Fläche  spart bei uns ungefähr 1 MWh Strom pro Jahr. Ein grosser, gut isolierter  Wassertank kann im Sommerhalbjahr solar erwärmtes Wasser für die Heizung im Winter speichern. Solche Anlagen sind  im Kanton noch wenig verbreitet.


 
                























200'000 Liter-Warmwassertank für 100% Solarheizung eines 8-Familienhauses in Burgdorf

3. Biomasse

Das Potential für Energiegewinnung aus Biomasse (Holz, Kompost, Abfall, Mais) ist beschränkt. Beispiele: Sol-E Suisse plant eine Biogasanlage in Avenches, die etwa 4 GWh elektrischen Strom pro Jahr  produzieren soll. Groupe E- Greenwatt  plant verschiedene  Anlagen im Kanton. Plaffeien hat eine Holz-Fernheizung eingeweiht. Die Kehrichtverbrennung in Hauterive liefert Strom und Fernwärme. Maisanbau zur Erzeugung von Treibstoffen macht dagegen volkswirtschaftlich und ökologisch keinen Sinn. 

4. Photovoltaik

Das Potential für Photovoltaik wird von Stefan Novak, St. Ursen FR, als sehr gross bezeichnet: "Wir haben im Land 150 km2 an Dachflächen (N.B.: Kanton Freiburg: 6 km2) , die für Photovoltaik genutzt werden können." (siehe www.photovoltaik.ch). Theoretisch kann mit diesen Flächen auf Fabriken, Einkaufszentren, Bahnhöfen, Autobahnwänden 25% unseres Stromverbrauchs gedeckt werden.  Ein massiver  Ausbau der Photovoltaik bedingt die Errichtung eines "Smart grids", das zum Beispiel die Fernsteuerung von Verbraucher-Anlagen erlaubt. Auch muss genügend  Kapazität für Stromspeicherung (Akkumulatoren, Pumpspeicherwerke) geschaffen werden, um die Nacht, schlechtes Wetter und  Wintermonate zu überbrücken. Photovoltaik ist billiger geworden, eine im Laufe der Jahre abnehmende, kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) sichert die Investition. Die Ästhetik von Photovoltaïk-Anlagen ist zu meistern. Diese Form der Energieerzeugung ist dezentral und deshalb teuer. Groupe-E-Greenwatt macht sich aber an Grossprojekte wie "SolarPayerne" (www.greenwatt.ch), was die Gestehungskosten auf etwa 12 Rappen/ kWh sinken lässt.

5. Wasserkraft

Wasserkraft wird in unserem Land und im Kanton Freiburg seit dem 19. Jahrhundert übermässig genutzt. Wasserkraft lieferte  in der Schweiz im Jahre 2010 56% des  produzierten Stroms.  Neue Projekte für  Klein-Wasserkraftwerke treffen jetzt oft auf Widerstand in der Bevölkerung:  wie bei Windkraftprojekten ist die Schädigung der letzten naturnahen Bäche für eine geringe Energieproduktion nicht zu rechtfertigen. Klein-Wasserkraftwerke unter einer gewissen Grösse werden nicht mehr mit einer Subvention unterstützt. 

6. Geothermie 

Das Potential von Geothermie ist riesig. Wärmepumpen  wirken in geringer Tiefe, sie werden im ganzen Land immer zahlreicher, aber sie verbrauchen Strom.  Tief-Geothermie  zapft die grosse Wärme im Erdinneren an. Die USA sind führend in der Entwicklung der Tief- Geothermie, sie produzieren etwa 27'000 GWh Strom pro Jahr.  In der Schweiz sind erste Projekte gescheitert,  ein Grossprojekt mit geschlossenem Kreislauf ist in Vorplanung  (6-10 km Schachttiefe,  Produktion von 2'000 GWh pro Jahr, was der Leistung eines AKW's entspricht). Noch findet sich kein Investor für das Projekt.

7. Energie sparen, Energieeffizienz

Der Bund formulierte das Konzept "EnergieSuisse 2011-2020" (siehe "Dokumente").  Der Kanton Freiburg zog mit seiner Gesetzgebung gleich. Die Steigerung von Energieeffizienz bei der Produktion und beim Verbrauch  ist das Ziel, das Sparpotential ist bedeutend. Man denke an Gebäude- Energiesanierungen und strenge Vorschriften bei Neubauten ebenso wie  Massnahmen beim Verkehr, dem öffentlichen Raum, bei Industrie und Gewerbe.  Einige Städte haben sich sogar einer zukünftigen" 2'000 Watt Gesellschaft" verpflichtet (Zürich, Basel, Bern und andere). "2'000 Watt" in diesem Zusammenhang heisst, dass jede Person durchschnittlich 17,5 MWh pro Jahr an Primärenergie verbraucht, alle Energieformen , "graue" Energie, Arbeitsplatz, Nahrung, Auto, Zug und Flugzeug inklusive!  In Wirklichkeit verbrauchen wir heute 

in der Schweiz im Durchschnitt pro Person dreimal soviel, etwa 6'300 Watt.   


8. Ersatz von Erdöl und Erdgas


Nicht nur der Atomausstieg ist für die Gesellschaft eine grosse Herausforderung, sondern auch die 

Einhaltung der Klimaziele und der Begrenzung des CO2- Ausstosses. Erdöl und Erdgas müssen durch andere Energieträger ersetzt werden.